Länderinfo: Kroatien

(Stand: 2013)
aus OWEP 3/2013  •  von Herbert Schedler

Eine aktuelle Fassung der Länderinformation zu Kroatien finden Sie unter www.renovabis.de/laender-projekte/laenderinformationen/kroatien.

Fläche: 56.642 km²

Einwohner: 4,3 Millionen

Hauptstadt: Zagreb

Ethnische Gruppen:
89,6 % Kroaten; 4,5 % Serben; 0,5 % Bosnier; 0,4 % Ungarn; 5,0 % Andere (Slowenen, Tschechen, Roma usw.; Zahlen von 2001)

Geschichtlicher Überblick:
In der Spätantike gehörte das Gebiet des heutigen Kroatien zum Römischen Reich. Seit dem 6. Jahrhundert wanderten slawische Stämme ein, die wenig später christianisiert wurden, wobei die Grenze zwischen west- und ostkirchlicher Tradition durch diesen Teil Südosteuropas verlief. Die slawischen Bewohner nordwestlich dieser lockeren Trennlinie (der Name „Kroaten“ für einige Teilstämme taucht im 9. Jahrhundert auf) gehörten seither zum westeuropäischen, katholisch geprägten Kulturraum und unterschieden sich fortan von den sprachlich nahe verwandten Nachbarn im Südosten. Nach einer kurzen Phase eigenständiger Staatsbildung fiel Kroatien im 12. Jahrhundert an Ungarn und teilte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs dessen Geschichte und Entwicklung.

Mit dem Erwachen von Nationalbewusstsein und Rückbesinnung auf die eigene sprachliche und kulturelle Tradition im 19. Jahrhundert entstand bei vielen Kroaten der Wunsch nach Eigenstaatlichkeit. Parallel dazu gewannen Strömungen an Gewicht, die auf einen Zusammenschluss aller Slawen in Südosteuropa in einem Gesamtstaat unter serbischer Führung hinausliefen. 1918 wurde Kroatien Teil des „Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen“ (seit 1929: Jugoslawien), jedoch wurde die Hoffnung auf gleichberechtigte Entwicklung in diesem Staat rasch enttäuscht. Der Gegensatz zwischen Kroaten und Serben führte zu wachsender Entfremdung, die sich – auch wenn der faschistisch geprägte „Unabhängige Staat Kroatien“ während des Zweiten Weltkriegs Episode blieb – im seit 1945 kommunistisch geprägten Jugoslawien fortsetzte. Am Ende des langjährigen Zerfallsprozesses des Gesamtstaats konnte Kroatien seine Unabhängigkeit proklamieren (25. Juni 1991). Seit dem 1. Juli 2013 gehört das Land der Europäischen Union an.

Politisches System:
Kroatien ist eine parlamentarische Republik, gegliedert in 20 Provinzen (kroatisch „županija“, deutsch: „Gespanschaften“ oder „Komitate“) und die eigene Verwaltungseinheit Zagreb.

Einkammerparlament (sabor) mit 151 Mitgliedern; Legislaturperiode 4 Jahre, letzte Wahl: 4. Dezember 2011.

Staatsoberhaupt: Ivo Josipović, Präsident (seit 19. Februar 2010)

Regierungschef: Zoran Milanović, Ministerpräsident (seit 23. Dezember 2011)

Ökonomische und soziale Rahmendaten:
Die globale Finanzkrise und ihre Folgen führten seit 2009 zu einem starken Rückgang der Wirtschaftsleistung und des bisherigen positiven Wirtschaftstrends; für 2013 rechnen Experten sogar mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei ca. 15 % (2012). Fehlende Rechtssicherheit, eine stark defizitäre Sozialversicherung, Produktivitätsrückstände und ein immer noch großer Bestand an staatlichen Betrieben, deren Privatisierung nicht im erwünschten Maß vorankommt, sind immer noch Probleme, die es zu bewältigen gilt.

Kirchliche Strukturen: Religionszugehörigkeit: Mit einem Anteil von ca. 86 % an der Bevölkerung ist die römisch-katholische Kirche die mit Abstand stärkste Religionsgemeinschaft. Daneben sind zu nennen: orthodoxe Christen (ca. 4 %), Moslems (1,5 %), kleinere protestantische Gemeinschaften u. a.

Die römisch-katholische Kirche gliedert sich in vier Kirchenprovinzen (Zagreb, Osijek-Đakovo, Rijeka-Senj, Split-Makarska) mit insgesamt elf Suffraganbistümern; außerdem gibt es das exemte Erzbistum Zadar. Für die griechisch-katholischen Katholiken besteht die Eparchie Križevci.

Renovabis-Projekte und Schwerpunkte der Förderung:
Renovabis hat sich zunächst besonders bei der Wiederherstellung der kriegsbedingt zerstörten Infrastruktur engagiert (Kirchen, Pastoralzentren usw.). Seit 2000 hat sich die Förderung zunehmend in den Bildungsbereich verlagert (Erwachsenenbildung, weiterführende Schulen) und wird künftig noch stärker als bisher auch Laienbewegungen in den Blick nehmen.

Interessante Internetadressen: (letzter Aufruf: 10.01.2017)
* http://www.vlada.hr/ (offizielle Seite der kroatischen Regierung)
* http://www.kroatien.eu/ (allgemeine Informationen)
* http://www.hbk.hr/ (kroatische Bischofskonferenz)