Orthodoxie und Nation in Russland heute

aus OWEP 3/2001  •  von Robert Hotz

Prof. Dr. Robert Hotz SJ ist Leiter des Züricher Ostreferats und Koordinator der „Hilfsaktion Westukraine“.

Über 600 Jahre war die Russische Orthodoxe Kirche mit dem Moskauer Staat in einer Symbiose sui generis verbunden gewesen. Sie hatte wesentlich zum Aufstieg Moskaus als dem führenden Großfürstentum beigetragen. Sie präsentierte sich in Zeiten der Schwäche und der Wirren als die entscheidende staatserhaltende Institution. Selbst als sie dem Zarismus seit Peter d.Gr. nur noch als Teil der staatlichen Administration galt, wurde sie vor allem als Amalgam zum Schutz der herrschenden Klasse benutzt. Sie blieb sogar nach der Machtergreifung der atheistischen Sowjetkommunisten und ungeachtet aller Verfolgungen letztlich doch die Kirche der russischen Nation. Als solche feierte sie auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Russland de facto Auferstehung.

Da sie mit über 25% gläubigen Bürgern auch ein nicht zu unterschätzendes Wählerpotenzial darstellt, suchten sowohl Boris Jelzin als auch Wladimir Putin sich die führenden Hierarchen des Moskauer Patriarchats geneigt zu machen. Und der Staat lieferte mit dem monumentalen Neubau der Erlöserkathedrale in Moskau sogar ein „Konstrukt nationaler Identität“1. Vergeblich versuchten einige Kirchenführer Distanz vor einer neuerlichen Umarmung durch den Staat zu wahren, doch sobald Interessen des Moskauer Patriarchats auf dem Spiel standen, rief die Orthodoxe Kirche wieder umgehend die Staatsmacht um Unterstützung an. Und sie fand diese auch in der religiösen Gesetzgebung Russlands, ungeachtet aller Toleranzklauseln der russischen Verfassung.

Symphonie von Kirche und Staat

Gemäß der byzantinischen Theorie bilden Kirche und Staat eine Symphonie, in welcher die für die inneren Belange des Menschen zuständige Kirche mit dem für die äußeren Belange zuständigen Staat in edler Harmonie zusammenwirkt. In der Praxis zeigte sich diese Harmonie allerdings oft gestört, vor allem, wenn der Staat in die inneren Belange der Kirche gewaltsam eingriff, was im Byzantinischen Reich sehr oft geschah. Als der Kiewer Fürst Wolodymyr im Jahre 988 das Christentum byzantinischer Prägung übernahm, ging es sowohl in Kiew wie in Byzanz primär um politische Anliegen. Während Wolodymyr durch Heirat mit einer byzantinischen Kaisertochter das Ansehen seines Hauses zu mehren trachtete, benutzte Byzanz seine Kirche immer wieder dazu, fremde Völker, die dem Reich gefährlich werden konnten, durch Missionierung in Abhängigkeit zu bringen, denn die Bischöfe waren meist Griechen und unterstanden dem Patriarchen in Byzanz. Immerhin verstanden sich die Bischöfe als moralische Instanz und ihre besten Vertreter scheuten sich nicht, den Fürsten – falls nötig – Vorhaltungen zu machen.

Als die Kiewer Rus’ unter dem Ansturm der mongolischen Reitervölker zu zerbrechen begann, zogen sich immer mehr Bewohner in die nordöstlichen Waldregionen zurück. Für das 1261 gegründete Moskauer Fürstentum bedeutete es eine große Aufwertung, als der ursprünglich in Kiew residierende Metropolit schließlich 1325 seinen definitiven Sitz in Moskau nahm. Von diesem Zeitpunkt an unterstützten die jeweiligen Kirchenoberhäupter die Moskauer Herrscher, wurden aber zugleich von diesen abhängig. Während der 240-jährigen Tatarenherrschaft bot die Orthodoxe Kirche ein moralisches und nationales Gegengewicht. Sie bildete das einigende Band zwischen den verschiedenen Teilfürstentümern und förderte die nationale Einigung. Zudem erfolgte im 14./15. Jahrhundert eine starke christliche Kolonisierung durch die Klöster.

Nachdem sie schon 1448 ihre de facto Unabhängigkeit vom Patriarchat von Konstantinopel vollzogen hatte, entwickelte sich in der Russischen Orthodoxen Kirche nach dem Fall von Byzanz der Mythos von Moskau als dem „Dritten Rom“. Es war die Geburtsstunde des russischen Messianismus. Der russische Großfürst, der sich bald einmal Zar nennen sollte, wurde anstelle des byzantinischen Kaisers zum Schutzherr aller orthodoxen Gläubigen emporstilisiert. Dass Boris Godunow als Regent 1589 von Konstantinopel die Erhebung der russischen Kirche zum Patriarchat erzwang, war nur eine logische Folge. Besonders in der nachfolgenden Zeit der Wirren (der Smuta) spielte die Kirche eine wichtige Rolle für den Weiterbestand der russischen Nation. Zudem wurde die Herrschaft der Polen verhindert.

Die Zeit des Caesaropapismus

Doch der Versuch des Patriarchen Nikon, den Primat der Kirche über den Kaiser durchzusetzen, scheiterte kläglich. Seine fehlgeleitete Liturgiereform führte außerdem zur Abspaltung der Altgläubigen. Es war wohl dieser Versuch Nikons, der Zar Peter d.Gr. veranlasste, 1721 das Patriarchenamt abzuschaffen. Statt dessen schuf der Zar eine russisch-orthodoxe Synodalkirche auf der Grundlage einer evangelischen Kirchenordnung und machte damit praktisch den Kaiser zum Kirchenoberhaupt. Der Klerus wurde zu Staatsdienern degradiert, die sogar bei der Beichte zu Spitzeldiensten für die Regierung verpflichtet waren. Die byzantinische Symphonie von Kirche und Staat wurde damit zugunsten eines westlichen Absolutismus aufgehoben. Wegen der Staatshörigkeit der Kirche wandten sich große Teile der Intelligenz von ihr ab. Denn die Bischöfe waren vielfach nur noch Marionetten des Kaiserhauses.

Es war auch kein Wunder, dass sich manche Mitglieder des niederen Klerus bei der Oktoberrevolution von 1918 vorerst den Kommunisten anschlossen. Die Reformversuche des Moskauer Landeskonzils, welche zur Wiedererrichtung des Moskauer Patriarchats führten, wurden durch die Kommunisten weitgehend zunichte gemacht. Unter den Zaren war die Russische Orthodoxe Kirche eine Gefangene des Regimes gewesen, nun wurde sie zu einer blutig Verfolgten. Der Zwang zur Anpassung an staatliche Verordnung, dem sich der Klerus schon unter dem Zarismus ausgesetzt sah, verstärkte sich unter den Kommunisten bis zur Selbstaufgabe.

Brutaler Terror sorgte zuerst dafür den kirchlichen Widerstand zu brechen. Innerhalb der Kirche gab es zwar Auseinandersetzungen über die Frage, wie weit man mit einem atheistischen Regime zusammenarbeiten könne und dürfe, wobei die Gläubigen die Anhänger der prokommunistischen Splitterkirche weitgehend ausgrenzten, doch eigentliche und konsequente Opposition ertönte nur noch aus dem KZ. Später sorgte ein ausgeklügeltes Spitzelsystem bereits ab dem Priesterseminar dafür den Klerus in Angst und Untertänigkeit zu halten. Jede Eigeninitiative wurde im Keime erstickt. Wer nicht in serviler Dienstfertigkeit dem Regime zu Füßen lag, landete im KZ oder wurde liquidiert. Und es gehörte mit zum System der Verfolgung, die Ausbildung der Priester auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten. Die Kirche sollte geistig austrocknen.

Es waren die staatlichen Organe, die in der Sowjetära in der Kirche das Sagen hatten. Und wie einst der Zar die Kirche mit Hilfe seines „Oberprokurors“ gängelte, so tat es das kommunistische Regime durch seinen „Rat für religiöse Angelegenheiten“. Doch trotz Terror und Verfolgung blieb die Russische Orthodoxe Kirche im Zweiten Weltkrieg unerschütterlich auf patriotischem Kurs und unterstützte Stalins Regime in seinem Abwehrkampf gegen die Nazis. Sie blieb dem eigenen Land und Volk unerschütterlich verbunden. Dies zahlte sich nach dem Großen Vaterländischen Krieg für die Kirche aus, indem Stalin die Fesseln der Kirche erheblich lockerte. Kein Wunder, dass sich die Russische Orthodoxe Kirche nun ganz bewusst patriotisch gebärdete, selbst als Nikita Chruschtschow eine neuerliche Verfolgung inszenierte. Man musste sich - schon aus Selbstschutz - patriotisch gesinnt zeigen, um zu beweisen, dass die Kirche für den Staat nützlich sei, auch wenn dieser die Kirche verfolgte. In der Tat war der russische Staat nur durch die Kirche überhaupt zu dem geworden, was er war, wie Patriarch Aleksij I. zu Beginn der neuerlichen Verfolgung Chruschtschow und seinen Genossen vorhielt.

Die große Wende und das Ende der UdSSR

Als Michail Gorbatschow anlässlich der Tausendjahrfeier zur Taufe der Rus’ 1988 das kirchenpolitische Steuer herumriss, traf die neue Freiheit das geschwächte Moskauer Patriarchat, das auf dem Gebiet der UdSSR nur noch 6893 Pfarreien zählte, völlig unvorbereitet.2 Natürlich hatten die Bischöfe in der Zeit der Verfolgung von ihrem Klerus eiserne Disziplin gefordert, denn es wurde ihnen das kleinste Vergehen ihrer Untergebenen angerechnet. Anpassung, keine Eigeninitiative und ein Minimum an selbstständigem Denken wurde für die meisten Priester ein Bestandteil ihrer Überlebensstrategie.

Mit der Wende waren plötzlich andere Qualitäten gefragt, doch die Mehrzahl der Bischöfe und Priester verharrten – allem Neuen gegenüber misstrauisch und über Jahrzehnte entsprechend geformt – im anerzogenen kommunistischen Schema. Eigeninitiative wurde nach wie vor weder geschätzt noch gepflegt. In den Geistlichen Seminaren und Akademien werden weiterhin Befehlsempfänger herangezogen. Das alte Spitzelsystem funktioniert weiterhin, nur dass jetzt anstelle der KP die Hierarchie über die echte oder falsche religiöse Einstellung befindet.

Der Zusammenbruch der kommunistischen Ideologie hatte bei der Bevölkerung ein großes Vakuum erzeugt. Und plötzlich begannen viele Russen in die Kirche zu drängen, auch wenn sie kaum eine Ahnung von Religion hatten. Sie ließen sich auch taufen, denn die Kirche erschien plötzlich als die einzig verbliebene Trägerin wahrer russischer Identität, das verbindende Glied zu einer anderen, großen Vergangenheit. Gott war dabei vielfach nur Nebensache.3 Der religiöse Boom versandete jedoch bald. Immerhin bezeichnen sich heute über 27% der Bevölkerung als orthodoxe Christen, von denen allerdings weniger als 5% ihren Glauben auch wirklich praktizieren.

Der Aufschwung hatte zur Folge, dass das Moskauer Patriarchat in kurzer Zeit gewaltig expandierte4 und dabei äußerlich und innerlich zu verarmen drohte. Zu viele Kirchen waren zu restaurieren, zu viele neue Klöster und Kleriker zu unterstützen. Notgedrungen suchte deshalb das Moskauer Patriarchat staatliche Beihilfe. Diese war zwar gesetzlich nicht vorgesehen, wurde jedoch als Dank für die eifrige Unterstützung der bestehenden Machtstrukturen in Form von Steuerprivilegien auf Tabak, Alkohol und Erdöl gewährt, was die Kirche in eine bedenkliche Nähe zur Handelsmafia rückte.

Außerdem haperte es am Niveau der überall eilig eingesetzten neuen Kleriker, wie auch der russische orthodoxe Mönchspriester Dr. Ilarion Alfeev selbstkritisch feststellte.5 Von einer Reform ihres Bildungswesens scheint jedoch die Kirche noch weit entfernt. Manche der ungenügend ausgebildeten Kleriker suchten deshalb durch Patriotismus, der oft in einen eigentlichen Nationalismus und Chauvinismus ausartete, wett zu machen, was ihnen an religiöser Kenntnis mangelt. Man rückte politisch nach Rechts, und plötzlich tauchten auch kleinere, aber lautstarke Gruppen auf, die sich als Monarchisten gebärdeten. Dass sich das Moskauer Patriarchat – von Seiten des Patriarchen eher widerwillig – schließlich gezwungen sah, die ermordete Zarenfamilie (dem Beispiel der Emigrantenkirche folgend) ebenfalls heilig zu sprechen, dürfte ein deutliches Zeichen für die veränderte politische Grundhaltung darstellen.

Neues Selbstbewusstsein

Ein neues Selbstbewusstsein führte auch zu einer kirchenpolitischen Abkapselung gegenüber anderen Kirchen. Man glaubt wieder die größte orthodoxe Kirchengemeinschaft der Welt zu sein und zeigt damit auch Mühe, den Ehrenprimat des Patriarchen von Konstantinopel weiterhin anzuerkennen. Die Ökumene gilt heute als suspekt. Der Antisemitismus feiert Auferstehung. Der prominenteste Exponent solcher Auffassungen war der alte Metropolit Ioann (Snytschew) von St. Petersburg, der vom Patriarchat ungehindert gegen das westliche „Gift des Liberalismus“ und die Ökumene wetterte und antisemitische Thesen verbreitete.6 Wie Metropolit Ioann propagieren auch die „National-Orthodoxen“ die Treue zu den „historischen Wurzeln der heiligen Rus’“ und treten somit auch für einen konfessionellen Staat ein, in welchem die Russische Orthodoxe Kirche wieder, wie einst unter dem Zarismus, religiös die beherrschende Stelle einnimmt. Der neue Patriarch Aleksij II. (Ridiger) wollte jedoch anfänglich sein Patriarchat nicht wieder in der Rolle einer offiziellen Landeskirche sehen. „Es gibt keine politische Ehe für die Kirche“7, verkündete er 1992 noch ohne Einschränkungen.

Seit 1993 drängten national-orthodoxe Kreise darauf, die dank Boris Jelzin zustande gekommene liberale und fortschrittliche religiöse Gesetzgebung vom Oktober 1990 zu ändern, die auch international große Hoffnungen geweckt hatte. Dieses Gesetz, das nicht das religiöse Leben reglementieren wollte, sondern die Gewissensfreiheit der Bürger verteidigte8, war 1990 auch vom Patriarchen Aleksij II. eifrig befürwortet worden. Obwohl sich Boris Jelzin einer Neufassung des Gesetzes lange abgeneigt zeigte, musste sich der Staatspräsident schließlich der parlamentarischen Mehrheit und dem Drängen der orthodox-nationalen Seite beugen. Nach einigen äußerlichen Retuschen trat das neue Gesetz „Über die Gewissensfreiheit und über religiöse Vereinigungen“ am 1. Oktober 1997 in Kraft. Dieses stellt zweifellos einen bedauerlichen Rückschritt gegenüber der Gesetzgebung von 1990 und den damals erreichten Errungenschaften dar. Zwar wird die Stellung der Russischen Orthodoxen Kirche durch dieses Gesetz gestärkt, denn schon in der Präambel wird der Russischen Orthodoxen Kirche eine besondere Rolle zuerkannt9, während es die heterodoxen christlichen Gemeinschaften benachteiligt. Aber es eröffnet dem Staat zugleich wieder Möglichkeiten zur Reglementierung des religiösen Lebens, und das könnte sich eines Tages auch für das Moskauer Patriarchat als Bumerang erweisen.

Das neue Verhältnis von Kirche und Staat

Die postkommunistischen Entwicklungen in Russland bescherten dem Moskauer Patriarchat nicht bloß Vorteile und Wachstum, sondern zugleich auch eine Zerreißprobe. Reformorientierte Geistliche begannen eine zeitgerechtere Pastoral mit Einführung der Landessprache in der Liturgie zu fordern, stießen aber beim mehrheitlich konservativen Klerus (d.h. bei rund 75%) auf wenig Verständnis und teilweise auf erbitterte Ablehnung. Dies bewirkte eine deutliche Spaltung innerhalb der Russischen Orthodoxen Kirche, wobei sich Patriarch Aleksij II., sei es nun Taktik oder echte Überzeugung, zusehends der Mehrheit zuneigte. Die Reformer hingegen sehen sich daher immer mehr einem rauhen Gegenwind ausgesetzt und ins Abseits gedrängt.

Inzwischen spielt der Patriarch auch ganz gezielt wieder die patriotische Karte aus. Für ihn ist Russland „kanonisches Territorium“ der Russischen Orthodoxen Kirche. Damit erklärt sich diese trotz allen anders lautenden Erklärungen de facto zur Landeskirche. Andere Konfessionen gelten als bloße Eindringlinge, die bestenfalls als benachteiligte Minderheiten geduldet werden. Dabei profitiert der Patriarch von der Tatsache, dass bereits Jelzin und danach auch Putin eifrig um die Unterstützung der russischen Orthodoxie warben. Es gab keinen Staatsakt, an dem Aleksij II. nicht in herausragender Stellung teilnahm und die Gelegenheit nutzte seine Kirche als nationale Kraft zu präsentieren. Das tat auch der „Außenminister“ des Moskauer Patriarchats, Metropolit Kirill von Smolensk, der u.a. 1998 in einem Interview äußerte: „Die russische Orthodoxie hat schon an den Quellgründen unserer Staatlichkeit gestanden, und ihre Leben spendenden Ströme haben die Nationalgeschichte und Nationalkultur durchzogen. Nunmehr ist unsere Kirche zu einem der letzten Bollwerke der geistlichen Integrität unseres Vaterlandes geworden und folglich eine der letzten Klammern, die den Staat zusammenhalten.“10 Kirill schloss seine Ausführungen mit den Worten: „Die Verantwortung für Russland lässt sich nicht von der Verantwortung für das Schicksal der russischen Orthodoxie trennen.“11

Die Vertreter des Moskauer Patriarchats versuchen außerdem ein gutes Verhältnis zur Armee aufzubauen, denn die Armee (in der Liturgie als das „christliche Heer“ bezeichnet) stellt in Russland weiterhin einen tragenden Pfeiler nationaler Identität dar. Schon sieht Staatspräsident Putin im Moskauer Patriarchat ein Mittel „zur geistigen und moralischen Erneuerung Russlands“. Eine Chance, sicher! Doch dabei bleibt die Frage offen, ob die Russische Orthodoxe Kirche noch eine eigenständige moralische Instanz darstellt oder ob die Symbiose (anstelle einer Symphonie!) mit dem Staat sie letztlich nicht wieder zu dessen Werkzeug werden lässt.


Fußnoten:


  1. Vgl. Keghel, Isabelle: Die Moskauer Erlöserkathedrale als Konstrukt nationaler Identität; in: Osteuropa 49 (1999) Heft 2, S. 145-159. 

  2. 1988 existierten in der UdSSR nur noch 67 Diözesen, 6.893 Pfarreien und 21 Klöster, mit 74 Bischöfen, 6.674 Priestern und 723 Diakonen sowie 1.190 Mönchen und Nonnen. 

  3. Vgl. Roth, Paul: Rußland. Religion und Politik; in: Ost-West Informationsdienst (ZdK, Bonn) 1996, Nr. 191, S. 63-71. 

  4. 1998 waren es bereits 124 Diözesen mit rund 18.000 Gemeinden und 438 Klöstern. Die Anzahl der Priester war aber mit 15.347 noch ungenügend, obwohl bereits 23 Priesterseminare und 21 geistliche Lehranstalten bestanden. 

  5. Alfeev, Ilarion: Probleme und Aufgaben geistlicher Schulen in der russischen Orthodoxie; in: Stimme der Orthodoxie (Berlin) 1998, Heft 1, S. 40. 

  6. Vgl. Snyčev, Ioann: Le mystère d’iniquité; in: Plamia, Paris 1993, Heft 88, S. 23-27. Snyčev, Ioann Metr.: „Der Westen will das Chaos“; in: Glaube in der 2.Welt (Zollikon) 1993, Heft 7/8, S. 43. 

  7. Iwanow, Wladimir: Kirche und Gesellschaft im postkommunistischen Rußland; in: Stimme der Orthodoxie 1993, Heft 1, S. 8. 

  8. Vgl. Krasikov, A.: La Chiesa al Rubicone; in: La nuova Europa (Milano) 1998, Heft 1, S. 87. 

  9. Vgl. Gundjajew, Metr. Kirill: Außerhalb der Kirche kein Heil; in: Stimme der Orthodoxie 1998, Heft 4, S. 14. 

  10. Gundjajew, Metr. Kirill: Rußland – Heimstätte der Gottesgebärerin; in: Stimme der Orthodoxie 1998, Heft 4, S. 9 f. 

  11. Gundjajew, Metr. Kirill: ibidem, S. 13.