Aktuelle Ausgabe: OWEP 4/2019

Schwerpunkt: Ukraine – Fünf Jahre nach dem Majdan

Lesen Sie den Artikel Der innerorthodoxe Streit in der Ukraine von
Thomas
Bremer
im Volltext.

Aktuelles

11. Dezember 2019

Zum Jahreswechsel

Allmählich wird der Kalender dünner, die Tage werden immer kürzer, die Menschen ziehen Bilanz – wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende entgegen. Auch in diesem Jahr hat die OWEP-Redaktion versucht, viele unterschiedliche Themenfelder zu behandeln. Zuletzt wurde (leider mit Verzögerung) das Heft „Ukraine – Fünf Jahre nach dem Majdan“ ausgeliefert, dessen Beiträge an die schmerzliche Tatsache erinnern, dass in diesem Land täglich Menschen Opfer eines unerklärten („hybriden“) Krieges werden. Ob das kommende Jahr einen dauerhaften Frieden bringen wird, ist leider eher zu bezweifeln.

2020 wird ein Jahr mit wichtigen Gedenktagen sein: 100 Jahre sind seit dem Vertrag von Trianon vergangen, 75 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 25 Jahre seit dem Abkommen von Dayton. Diese und viele andere Ereignisse wird OWEP im kommenden Jahr aufgreifen und den Leserinnen und Lesern hoffentlich wieder eine interessante Lektüre bieten. Am Beginn soll ein kulturhistorisches Heft stehen, in dem es um die Bedeutung von Klöstern für die Kultur und Geschichte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa gehen wird. Zu den Beispielen, die im Heft vorgestellt werden, zählen die Moldauklöster in Rumänien; eines davon, das Kloster Voroneț, zeigt das folgende Foto, das Pfarrer Ionel Popescu aus Timișoara zur Verfügung gestellt hat.

Kirche des Heiligen Georg im Kloster Voroneț (Foto: Pfarrer Ionel Popescu)

Mit den besten Wünschen für eine besinnliche Adventszeit und ein gnadenvolles Weihnachtfest, auch im Namen meiner beiden Mitarbeiter Bianca Münch und Thomas Hartl

Dr. Christof Dahm

19. November 2019

Demokratie auf dem Rückzug? Dreißig Jahre nach den friedlichen Revolutionen

Bericht zur Podiumsdiskussion der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“

Bildung zu ermöglichen und bürgerschaftliches Engagement zu fördern, darin liege aktuell der Schlüssel für eine weiterhin freiheitlich-demokratische Kultur Europas, die in Zeiten von wachsendem Populismus längerfristig zu erhalten allerdings durchaus keine Selbstverständlichkeit sei. Schiere Wissensvermittlung müsse dabei durch Herzensbildung unterfüttert werden. Der Verrohung in der Sprache, etwa in den Sozialen Medien, aber auch im persönlichen Umgang mit Andersdenkenden, müsse durch sachliches Argumentieren und respektvolles Zuhören entgegen gewirkt werden. Das war wesentlicher Teil der Bilanz einer mit „Demokratie auf dem Rückzug?“ überschriebenen Podiumsdiskussion am 14. November 2019 im Nürnberger „Caritas-Pirckheimer-Haus“, der Akademie des Erzbistums Bamberg.


30. August 2019

Neuigkeiten aus der OWEP-Werkstatt

Seit der letzten Information zur Redaktionsarbeit liegen schon etliche Monate zurück. Auf einen schönen Frühling folgten heiße Sommertage, die leider immer wieder von Gewittern getrübt wurden. Auch auf der politischen Ebene Europas ist die Stimmung voller Anspannungen angesichts des Brexit-Dramas und des inzwischen schon fast vergessenen militärischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Gleichzeitig gehen zwei wichtige historische Ereignisse durch Presse, Funk und Fernsehen: Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg, der letztlich zur Spaltung Europas in zwei sich feindlich gegenüberstehende Blöcke führte. 50 Jahre danach, im Sommer und Herbst 1989, brachen sich im Anschluss an „Glasnost“ und „Perestrojka“ die Freiheitsbewegungen im östlichen Teil Europas Bahn, die in die friedlichen Revolutionen der „Wendejahre“ 1989/90 einmündeten. Renovabis erinnert auf seiner Homepage an zwei markante Ereignisse in diesen bewegten Wochen, das „Paneuropäische Picknick“ an der ungarisch-österreichischen Grenze am 19. August 1989 und den „Baltischen Weg“ am 23. August 1989.

Wie steht es heute, mehr als eine Generation seit dem Fall von Mauern und Stacheldraht, um die Erinnerung an die damaligen bewegten Tage, Wochen und Monate? Diese Leitfrage stand hinter der Planung des aktuellen Heftes „30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs“. Eine Bilanz ohne Illusion ist das Fazit von 22 Kurzbeiträgen, in denen sich Zeitzeugen und Nachgeborene äußern. Für November in Vorbereitung befindet sich ein Heft über die Ukraine, das in gewisser Weise auch eine Bilanz ziehen wird – wie hat sich das Land seit den Ereignissen auf dem Majdan, der „Revolution der Würde“ 2014, entwickelt?

Der Stephansdom in Wien (Foto: Christof Dahm)

Das obenstehende Foto, entstanden im Juli dieses Jahres, zeigt den Stephansdom in Wien in etwas ungewöhnlicher Perspektive. Damit soll die Rolle Österreichs in den Jahren des Wandels angedeutet werden: Vor 1989 bot die Neutralität des Landes manchen Schlupfweg, den Eisernen Vorhang zwischen Ost und West zu umgehen. Heute liegt Wien mitten im Herzen des zusammenwachsenden Europa und ist damit zum europäischen Drehkreuz von Politik und Wirtschaft geworden.

Dr. Christof Dahm

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