Länderinfo: Slowakei

(Stand: 2002)
aus OWEP 1/2002  •  von Jörg Basten

Eine aktuelle Fassung der Länderinformation zur Slowakei finden Sie unter www.renovabis.de/laender-projekte/laenderinformationen/slowakei.

Fläche: 49.035 km²

Einwohner: 5.300.000

Hauptstadt: Bratislava (Pressburg)

Ethnische Gruppen:
85,7% Slowaken; 10,6% Madjaren (Ungarn); 1,6% Roma; 2,1% Andere (Tschechen, Ruthenen, Ukrainer, Deutsche, Polen, Russen)

Geschichtlicher Überblick:
Seit dem Ende des 5. Jahrhunderts kamen in mehreren Migrationswellen Westslawen in das Mittelgebirgsland der späteren Slowakei. Nach der Zerschlagung des Awarenreichs bildete sich um 800 ein selbständiges christliches Fürstentum mit dem Zentrum Nitra (Neutra) aus. Dieses wurde jedoch durch Moimir I. (830-846) dem Großmährischen Reich angeschlossen. Vom Zusammenbruch des Großmährischen Reiches bis 1918 war die Slowakei als Oberungarn Teil Ungarns. Mit dem Vorrücken der Osmanen gewann die von türkischer Besatzung verschonte Slowakei große militärische Bedeutung. Pressburg stieg zur provisorischen Hauptstadt Ungarns auf. Nachdem 1848/49 der Versuch misslungen war, eine größere politische Eigenständigkeit zu erlangen, scheiterten auch die 1860/61 unternommenen Initiativen, die Slowakei zu einem autonomen Kronland zu erheben.

1918 erklärte die Slowakei, sich einem gemeinsamen Staat der Tschechen und Slowaken anzuschließen, wenn ihr Autonomie gewährt würde. Im Zuge der Sudetenkrise der Tschechoslowakei forcierte Hitler 1939 die Erklärung der staatlichen Selbständigkeit der Slowakei, wodurch sie zum Satellitenstaat des Dritten Reiches wurde. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen wurde die Slowakei 1945 wieder ein Teil der Tschechoslowakei. Als Nachwirkung des Prager Frühlings 1968 erhielt die Slowakei zum 01.01.1969 als Slowakische Sozialistische Republik formal Autonomie. Nach der „samtenen Revolution“ von 1989 erfolgte im Frühjahr 1990 die Umwandlung in eine föderative Republik innerhalb der ČSFR. Ergebnis der von Ministerpräsident Mečiar betriebenen Unabhängigkeitspolitik der Slowakei war die Proklamation der Unabhängigkeit der Slowakischen Republik. Obwohl die Regierung versucht, Anschluss an die internationale Gemeinschaft zu finden, wächst durch die anhaltenden innenpolitischen Machtkämpfe und durch den umstrittenen Status der ungarischen Minderheit die Isolierung der Slowakischen Republik.

Politisches System:
Die Slowakische Republik gründet auf die Verfassung von 1993, die 1997 verändert wurde. In das Parlament (Nationalrat) werden alle vier Jahre 150 Abgeordnete gewählt.
Staatsoberhaupt: Rudolf Schuster (seit 15.06.1999)
Regierungschef: Mikulas Dzurinda (seit 30.10.1998)

Ökonomische und soziale Rahmendaten:
Das Jahreseinkommen pro Einwohner liegt umgerechnet bei etwa EUR 3.800 (bei einem monatlichen Mindestlohn zwischen EUR 230 und EUR 275), wobei sich dieser Betrag bei Zugrundelegung der Kaufkraftparität verdoppelt. Trotz des derzeit geringen Wirtschaftswachstums und des engen Binnenmarktes wurde das Land im Dezember 1999 zu den EU-Beitrittsverhandlungen zugelassen, und sein Beitritt zur OECD stellt einen weiteren Erfolg dar. Die slowakische Krone ist voll konvertierbar, und die Währung kann problemlos gehandelt werden, obwohl sie wegen ihres geringen Wertes im Ausland kaum genutzt wird.

Kirchliche Strukturen:
In der Slowakei gehören 63% der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an. Sie ist in die beiden Erzbistümer Bratislava-Trnava und Košice gegliedert. Das Erzbistum Bratislava-Trnava umfasst die Suffraganbistümer Nitra und Banská Bystrica. Zum Erzbistum Košice gehören die Suffraganbistümer Rožňava und Spišske Podhradie. Die beiden griechisch-katholischen Bistümer sind Košice und Prešov.

Renovabis-Projekte und Schwerpunkte der Förderung:
Renovabis fördert Projekte zur Verbesserung der kirchlichen Infrastruktur auf den Ebenen der Pfarrei, des Bistums und der Bischofskonferenz. In den Pfarreien werden Gemeinde- und Jugendzentren sowie Ausbildungsprojekte gefördert. Soziale Projekte in Zusammenarbeit mit der Caritas oder örtlichen Orden reichen über die Drogenprävention, Häuser für in Not geratene Frauen und deren Kinder bis zu Hospizeinrichtungen. Auf Diözesanebene konzentriert sich die Förderung auf Ausbildungs-institutionen wie Gymnasien, Internate, Universitäten und theologische Fakultäten. Die katholische Medienarbeit wird durch Ausrüstungsgegenstände und Journalistenschulung gefördert. Projekte zur Bischofskonferenz zielen auf die Vernetzung überdiözesaner Strukturen, etwa bei der Ausarbeitung eines Modells für die Jugendarbeit in der Slowakei.

Interessante Internetadressen: (letzter Zugriff: 23.10.2014)
http://www.botschaft-slowakei.de/ (Botschaft der Slowakei in Deutschland)
www.rcc.sk (Röm.-kath. Kirche der Slowakei)